Be Local Hero ist eine Online-Plattform als digitales Schaufenster, auf der sich Kleinunternehmen und das lokale Gewerbe registrieren und Kundinnen und Kunden auf einer Schweizer Karte lokale Geschäfte entdecken können. Swiss21.org ist es wichtig, Kleinunternehmen zu unterstützen. Gerade auch in einer stürmischen Zeit wie dieser. Wir haben uns deshalb zusätzlich für eine Partnerschaft mit der Non Profit-Initiative Be Local Hero entschieden.

Dazu haben wir uns mit Alban Muret, einem der Initianten des Projekts unterhalten.

Alban kurz vorgestellt

Alban Muret hat an der ZHAW Umweltingenieurwesen studiert und arbeitet seit einigen Jahren in der Geschäftsentwicklung von diversen Startups. Sein Fokus liegt auf digitalen Lösungen wie beim Labtech Startup 1lims (1lims.com), welches er gemeinsam mit der Digital Agentur Modeso (modeso.ch) entwickelt hat. Ergänzend ist er auch für das innovative ZHAW Spinoff Pendularis (pendularis.ch) tätig. Be Local Hero hat Alban ebenfalls zusammen mit der Digital Agentur Modeso umgesetzt.

Wie ist die Idee zu diesem digitalen Schaufenster entstanden?

Wir haben uns in einem Video-Call, welcher von brudi.com und co-co-co.org organisiert wurde mit diversen Freischaffenden aus dem digitalen Bereich ausgetauscht, um zu besprechen, wie wir mit der aktuellen Situation umgehen. Für uns war schnell klar, dass wir unseren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten möchten. Da die Solidarität in der Bevölkerung von Anfang an sehr gross war und die Risikogruppen mit diversen Initiativen schnell unterstützt wurden, haben wir uns entschieden, das Kleingewerbe zu unterstützen, welches die Krise sehr hart getroffen hat. Die Idee war es, das Kleingewerbe, welches sich in der Krise heldenhaft zeigt, sichtbar zu machen.

 

Welche Ziele verfolgt Be Local Hero?

Wir wollen das lokale Kleingewerbe unterstützen, indem wir ihr Angebot sichtbar machen und so den Geschäften ermöglichen, während des Notstandes ihre Produkte digital und z.B. mit Postversand zu verkaufen. Die Initiative soll aber weitergehen. Wir sind aktuell mit diversen Partnern im Gespräch, um die Plattform weiterzuentwickeln und ein umfangreiches Angebot zur Unterstützung des Kleingewerbe auf die Beine zu stellen – sei es allgemein das Thema der Digitalisierung, die Integration von einem Webshop oder die Entwicklung von nachhaltigen Geschäftsmodellen. Wir müssen gemeinsam neue Wege für eine nachhaltige und lokale Wertschöpfung finden und das Kleingewerbe spielt dabei eine zentrale Rolle.

 

Wie lange hat es gedauert von der Idee, bis die Plattform live war?

Wir waren sehr schnell und konnten bereits nach 4 Tage nach dem initialen Video-Call live gehen. Dies war aber nur möglich, weil wir als Grundlage für die Plattform ein bestehendes Projekt der Digital Agentur Modeso verwenden konnten, welches schon fast fertig war. Somit konnten wir zusammen mit Nadja und Nora (co-co-co.org) das Konzept und Design entwickeln und umsetzen.

 

Welche waren die grössten Herausforderungen des Projekts?

Für uns war es zentral, dass wir sehr schnell mit der Plattform live gehen. Was wir in 4 Tagen gemacht haben würde normalerweise 1-2 Monate dauern. Entsprechend war auch nicht alles 100% fertig beim ersten Release und wir haben die Plattform laufend mit dem Feedback aus der Community weiterentwickelt und optimiert. Eine spannende Herausforderung war zudem, dass wir unsere Co-Initianten von co-co-co und CooperativeSuisse (cooperativesuisse.ch) nicht kannten und das ganze Projekt über eine remote Zusammenarbeit entwickelt und umgesetzt haben.

 

Wie kann die Bevölkerung Kleinunternehmen und dem lokalen Gewerbe am besten helfen?

Das lokal einkaufen ist die einfachste und effizienteste Unterstützung – auch wenn die Geschäfte geschlossen haben, haben sich die meisten Kleinunternehmen schnell an die Situation angepasst und bieten Lieferungen nach Hause oder die Möglichkeit die Produkte bei Bestellung abzuholen. Betriebe wie Coiffeure oder Restaurants, welche aktuell geschlossen sein müssen, bieten z.B. Gutscheine an, welche jetzt gekauft und später eingelöst werden können.

 

Du bist selbst in verschiedenen Projekten und Unternehmen engagiert. Wie meisterst du die Corona-Krise?

Je nach Branche ist das sehr unterschiedlich. Im digitalen Bereich haben wir den Vorteil, dass wir bereits seit mehreren Jahren remote arbeiten und zudem das Glück, dass die digitalen Projekte mit der aktuellen Situation bei den meisten Firmen sogar noch Relevanz gewonnen haben. Somit haben wir hier auch keine Unterstützung von Staat in Anspruch genommen. Aber natürlich bleibt auch hier eine Ungewissheit wie sich die Auftragslage in den kommenden Monaten entwickelt.

Bei anderen Projekten, welche physische Produkte verkaufen sieht es anders aus. Hier sind wir durch die Schliessung der Verkaufsflächen stark eingeschränkt und mussten Kurzarbeit beantragen. Wir versuchen aber positiv zu bleiben und den aktuellen Stillstand zu nutzen, um interne Projekte voranzutreiben.

 

Was beeindruckt dich bei Kleinunternehmen in Zeiten von Corona am meisten?

Obwohl die Krise für gewisse Branchen und Unternehmen wirklich existenziell ist, bleiben die meisten positiv und versuchen die Situation so gut wie möglich zu überstehen. Beeindruckend ist auch mit welchem Tempo gewisse Kleinunternehmen ihr Geschäftsmodell umstellen oder in kürzester Zeit einen Webshop launchen.

 

Sind die aktuellen Zeiten neben all den Herausforderungen auch eine Chance, Digitalisierung in KMUs voranzutreiben?

Aus Sicht der Digitalisierung haben viele Unternehmen in den letzten Wochen riesen Schritte nach vorne gemacht. Nur schon die Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten mit Video-Calls und Zugriffe auf die Firmensystem war vor der Krise vielerorts noch undenkbar und jetzt gehört es zur Normalität. Es scheint so, dass die Krise die Digitalisierung vor allem bei Kleinunternehmen stark beschleunigen wird.

 

Was ist für Kleinunternehmen besonders wichtig, wenn es um Digitalisierung geht?

Da es unzählige Tools und Ansätze bei der Digitalisierung gibt, muss sich ein Unternehmen im Klaren sein, welche Ziele mit der Digitalisierung verfolgt werden. Und dann kann mit kompetenten Partnern eine sinnvolle Digitalisierung in Angriff genommen werden. Ein aktueller Trend ist zudem vermehr den Fokus auf flexible „Micro Services“ bzw. spezifische und flexible Lösungen für die einzelnen Bereiche anstatt grosse und träge Lösungen. Mit den neuen Ansäten und Lösungen kann eine Digitalisierung auch schnell und Kosteneffizient gehen.

 

Welche waren die schönsten Momente bei der Entwicklung der Plattform?

Die Entwicklung und Umsetzung des Designs sind immer ein schöner Moment, wo die Idee auch eine physische Form erhält. Die ersten Anmeldungen haben uns gefreut aber am schönsten waren die Rückmeldungen und das positive Feedback von Ladenbesitzern und von Kunden, welche durch Be Local Hero Geschäfte in ihrer Nachbarschaft entdecken und unterstützen konnten.

 

Be Local Hero ist in der Corona-Krise entstanden, aber gekommen, um zu bleiben. Was passiert, nachdem sich unser Leben – hoffentlich bald – wieder „normalisiert“ hat?

Wir wollen Be Local Hero gemeinsam mit diversen Partnern zu einer Plattform weiterentwickeln, welche umfangreich das lokal Kleingewerbe unterstützt. Einerseits um das Kleingewerbe zu den Themen der Digitalisierung sowie nachhaltigen Geschäftsmodellen zu unterstützen. Andererseits wollen wir unsere Plattform weiterentwickeln und damit eine lokale alternative zu den grossen Onlineshops bietet, welche auch den Komfort vom Online Einkauf bieten aber die Produkte von lokalen Unternehmen geliefert werden – für mehr lokale Wortschöpfung und mehr Solidarität.

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