Als Redakteurin für den Blog von Swiss21.org möchte ich gerne mehr über die Hintergründe und das spannende Angebot für kleine Unternehmen erfahren. Daher habe ich mit den Geschäftsführern Walter Regli, Damian Thurnheer und Sascha Trüeb gesprochen. Diese werden Ihnen einen Einblick in die digitalen Business Tools von Swiss21.org geben. Auch erfahren Sie im Interview alles zum Hintergrund der Gründung.

Die Geschäftsführer von Swiss21.org (v.l.n.r): Damian Thurnheer, Walter Regli und Sascha Trüeb. 

Hallo zusammen. Swiss21.org ist mit einem Onlineportal gestartet, das Kleinunternehmen kostenlose Business-Tools zur Verfügung stellt. Bitte erzählen Sie unseren Lesern etwas zu den Hintergründen von Swiss21.org.

Walter Regli: Swiss21.org ist eine Organisation mit dem Ziel, Schweizer Kleinunternehmen in die Digitalisierung zu begleiten. Bisher war es vor allem grossen Unternehmen mit einem entsprechenden Budget vorbehalten, ihre Geschäftsprozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. In kleineren Betrieben wird immer noch sehr viel manuell gemacht. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Fehlendes technisches Wissen, hohe Investitionskosten und die fehlende Verfügbarkeit von Softwarelösungen, die auf die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen ausgerichtet sind, sind einige davon.

Damian Thurnheer: Die Idee von Swiss21.org ist es, diese Hindernisse aus dem Weg zu schaffen. Die Anwendungen werden alle in der Cloud betrieben, dadurch brauchen die Nutzer kein technisches Wissen und keine teure Infrastruktur. Es reicht ein Computer und eine Internetverbindung, um mit den Tools arbeiten zu können. Die Software ist zudem auf die Bedürfnisse von kleinen Unternehmen ausgerichtet. Es gibt viele Softwarelösungen mit einem riesigen Funktionsumfang auf dem Markt. Diese sind aber häufig in der Bedienung viel zu kompliziert.  Ein grosser Vorteil der Digitalisierung besteht darin, dass unterschiedliche Anwendungen miteinander verknüpft und gewisse Abläufe automatisiert werden können. Auch wenn heutzutage viele Anbieter Schnittstellen zu anderer Software anbieten ist die Einrichtung oft trotzdem nicht so einfach. Deshalb sind die Apps von Swiss21 standardmässig miteinander verbunden.

Nun möchte ich natürlich gerne wissen, welche Anwendungen Sie konkret anbieten. Können Sie uns einen kleinen Überblick geben?

Sascha Trüeb: Gerne! Aktuell stehen auf der Plattform drei Anwendungen zur Verfügung: In 21.AbaNinja dreht sich alles um Finanzen – vom Erstellen und Versenden von Offerten, Rechnungen und Mahnungen bis zur Buchhaltung. Die anderen beiden Apps 21.Shop (ein Online-Shop) und 21.POS (Online Kasse [Anm. POS steht für das englische „Point of Sale“]) gehören eigentlich zusammen, können aber aufgrund der unterschiedlichen Funktionalitäten separat hinzugefügt werden. Bald kommt noch ein CRM dazu und ergänzt den Funktionsumfang mit einem erweiterten Kontaktmanagement.

Vor kurzem war Schweizer Digitaltag und man hat im Netz viele Beiträge gesehen, welche die Einsparungen speziell für Unternehmen dank Digitalisierung, thematisierten. Die Zahlen beliefen sich auf dreistellige Millionenbeträge. Ist das auch ein Grund, warum Kleinunternehmen speziell Ihre Tools nutzen sollten?

Walter Regli: Grundsätzlich ist vor allem wichtig, dass sich auch kleine Unternehmen diesem Thema annehmen und ihr Geschäft digitalisieren. Dadurch gewinnen sie Zeit, welche sie für das operative Geschäft einsetzen können. Zudem gewinnt auch ihr Auftritt häufig an Professionalität. Es ist aber wichtig, dass man das Wort „Digitalisierung“ richtig einordnet. Die Digitalisierung muss nicht immer mit disruptiven Innovationen einhergehen. Digitalisierung bedeutet auch bestehende Prozesse digital abzubilden und dadurch effizienter zu werden. Die Digitalisierung ist somit kein neues Thema, momentan wird einfach sehr viel darüber gesprochen.

Die neuen technologischen Möglichkeiten bringen aber viel Bewegung in alle Branchen: Ein Unternehmen zu gründen ist heute so einfach und günstig wie noch nie und dank dem Internet kann ein viel grösserer Markt bearbeitet werden, als dies früher der Fall war. Dadurch steht ein Elektriker nicht mehr nur in Konkurrenz zum Elektriker aus dem nächsten Dorf, sondern zu allen Elektrikern aus der Schweiz. Bei grösseren Aufträgen auch zu jenen aus den Nachbarländern.

Was macht Swiss21.org einzigartig gegenüber anderen Anbietern?

Damian Thurnheer: Als Erstes unterscheidet uns sicherlich unsere Organisationsform. Wir verstehen uns als nicht gewinnorientiertes Öko-System für Schweizer Kleinunternehmen. Hinter Swiss21.org stehen somit verschiedene Softwarehersteller und ein Management welches neutral agieren kann.

Ein wesentlicher Vorteil von Swiss21.org ist die Tiefe und Stabilität der Integration der verschiedenen Tools. Wir haben bewusst den Ansatz gewählt, das Wesentliche möglichst einfach anzubieten, die Optionen die wir anbieten dafür sehr weit in das Ökosystem zu integrieren. Das ist deutlich aufwändiger, als eine offene Schnittstelle zur Verfügung zu stellen, über die jeder Hersteller seine Software anbinden kann. Dafür erreichen wir eine sehr hohe Qualität bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Anwendungen. Ein weiterer Vorteil von Swiss21 sind die Anwendungen selbst. Diese stammen von führenden Herstellern, die jeweils langjährige Erfahrung in ihren Branchen mitbringen. So erhalten die User nicht nur gut integrierte, sondern auch durchdachte, erstklassig funktionierende und bewährte Anwendungen.

Wie starte ich mit der Nutzung der Tools?

Sascha Trüeb: Auf der Webseite www.swiss21.org kann man sich einen Account erstellen. Danach erhält man eine Email mit einem Aktivierungslink. Nachdem man diesen angeklickt hat, kann man sich auf dem Portal anmelden und dort die Unternehmensdaten erfassen. Die erste Anwendung 21.AbaNinja wird automatisch installiert und steht im Dashboard des Portals zur Verfügung. Ich empfehle als erstes diese App zu öffnen, die Einstellungen durchzugehen und wo nötig anzupassen. Danach lassen sich im Dashboard über das „+“-Symbol weitere Apps wie den 21.Shop oder 21.POS installieren.

Sind die Tools so gedacht, dass sie von einem Mitarbeiter im Unternehmen genutzt werden können oder sind mehrere Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen dafür notwendig?

Sascha Trüeb: Die Tools sind darauf ausgelegt, dass diese auch von nur einer Person genutzt werden können. Je nach Applikation ist es aber auch möglich, weitere Personen als User zu erfassen. So kann beispielsweise jeder Mitarbeiter eigenständig seine Arbeitszeiten im System erfassen.

Stimmte es, dass Sie die Produkte kostenfrei anbieten?

Walter Regli:  Ja, in der Grundfunktion sind alle Apps von Swiss21.org kostenlos, bis zu einer Limite von 2’100 Belegen/Jahr, 2’100 Produkten und 2’100 Kontakten. Unserer Einschätzung nach reicht dies für die meisten Kleinunternehmen, um die Tools langfristig kostenlos nutzen zu können. Wenn die Unternehmen grösser werden, besteht die Möglichkeit für einen monatlichen Fixbetrag diese Limite auf 5‘000 zu erhöhen. Für spezifische Anforderungen gibt es auch zusätzliche Module, die zu den einzelnen Apps gekauft werden können.

Worin sehen Sie als Team das grösste Potenzial von swiss21.org?

Walter Regli: In der Schweiz gibt es ca. 456’000 Unternehmen in denen 1-4 Personen arbeiten. Dies entspricht 80% aller Unternehmen in der Schweiz. Gerade in diesen Unternehmen wird die Administration häufig noch manuell mit Word und Excel durchgeführt. Und genau hier liegt das riesige Potenzial von Swiss21.org. Mit unseren Tools können diese Unternehmen ohne viel Know-How oder grosse Investitionen ihre Prozesse digitalisieren und effizienter werden. Das verbessert ihre Wettbewerbsfähigkeit und fördert ihr Wachstum, was schlussendlich allen hilft: Die digitalisierten Unternehmen werden profitabler und erkennen den Vorteil der Digitalisierung. Die Softwarehersteller entwickeln aufgrund von Kundenfeedback neue und bessere Funktionen, welche die Unternehmen noch effizienter machen. Insgesamt wird so der Schweizer Wirtschaftsstandort und die Volkswirtschaft gestärkt.

Sind die Tools „nur“ für KMU gedacht oder auch für Start-Ups?

Damian Thurnheer: Swiss21.org kann sowohl von bestehenden Unternehmen, wie auch von neu gegründeten Unternehmen genutzt werden. Für Start-Ups ist Swiss21.org ein idealer Start, da sie noch keine alten Abläufe umstellen müssen und das Kapital häufig in die Umsetzung der Geschäftsidee investiert werden muss.

Zum Schluss möchte ich gerne noch wissen, warum sollten die Unternehmen sich für Swiss21.org entscheiden?

Damian Thurnheer: Es gibt keinen Grund es nicht zu tun: Mit Swiss21.org bekommen sie die Möglichkeit ihr Unternehmen ohne Risiko mit der besten Technologie auf dem Markt zu digitalisieren und dies kostenlos!

Vielen Dank für das spannende Interview!

 

Neugierig geworden? Zur kostenfreien Anmeldung geht’s hier entlang: www.swiss21.org