Oder wie sich der IT- und Softwaremarkt verändert (hat). Ein paar Gedanken über clevere Jungs, Technologiesprünge, Wolken und APIs.

Früher funktionierte der Markt für Geschäftssoftware so: Einige Jungs hatten eine Idee, wie man die neueste Technologie, zum Beispiel das Auftauchen von „Personal Computers“, dazu nützen könnte, das Leben zu vereinfachen. „Man sollte doch statt mit Kassenbüchern auf Papier oder auf einem teuren, riesigen und erst noch lauten Lochkartencomputer im Keller die Buchhaltung mit einem der neuen billigen Personal Computer erledigen können.“ Gesagt, getan. Waren die Jungs schlau und fleissig, so wollten andere diese Software auch benützen. Eine Firma entstand, die Jungs stellten Programmierer und Verkäufer an und das Business lief.

Die Verkäufer der alten, ebenso teuren wie lauten Lochkarten-Computer lachten und sagten, dieses neue PC-Zeug werde nie dieses und jenes können und die Kunden würden niemals die teuren Computer durch einen billigen PC ersetzen. Natürlich wollten die Kunden früher oder später doch und die Firma mit den Lochkartencomputern wurde im besten Fall verkauft oder ging im schlechteren Fall einfach unter.

Unsere Jungs waren nicht die einzigen, die eine schlaue PC-Software geschrieben hatten. Der Markt wuchs. Doch beim nächsten Technologieschub schafften einige den Sprung nicht mehr. Sie waren entweder zu gierig gewesen und hatten zu wenig Reserven, um die lange Zeit zu überstehen, die es braucht, bis eine neue Version funktioniert. Oder sie waren zu faul und entwickelten nur spät eine neue Version. Oder sie hatten auf das falsche Technologiepferd gesetzt.

Der Markt war interessant, die Jungs verdienten gutes Geld. Die Kunden wollten immer mehr, die Firma wuchs und wuchs. Zur Buchhaltungssoftware kamen Lohnbuchaltung, Webshops, Anbindung an Banken, Lösungen für Produktion und Handel und Datenarchivierung, und und und. Die Systeme wurden komplexer und es gab immer mehr Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Modulen. Die Weiterentwicklung wurde also schwieriger und den übernächsten Technologiesprung schafften nur noch wenige. Andere verkauften rechtzeitig ihre Firma an einen (meistens) ausländischen Anbieter, der die Lösungen dann nach und in sein internationales Sortiment aufsog, wo sie meistens verschwanden. Die, die den Technologiewandel schafften, wurden dann innerhalb ihres Marktes richtig gross, so wie SAP im Weltmarkt oder Abacus in der Schweiz.

 

Cloud, Gratis und APIs

Doch so wie die billigen Standard-PCs das Zeitalter der Grosscomputer beendete*, ist auch das Ende der integrierten Business-Lösungen, „die alles können“, absehbar. Denn Software wird (vor allem für Kleinfirmen) gratis und kann aus der der Cloud bezogen werden. Man braucht sie nicht zu installieren und kann sie mit einem Smartphone von überall her benützen. Und sie muss auch nicht mehr, „alles können“, denn es ist relativ einfach geworden, moderne, kleine Lösungen miteinander zu verknüpfen. Das Zauberwort heisst API – Application Programming Interface. Ein API ist eine in einer standardisierten Sprache geschriebene Anweisung, wie Programme nicht nur Daten austauschen, sondern sich auch gegenseitig Anweisungen geben können. Damit können die Hersteller von kleinen und grossen Programmen ohne den früher üblichen riesigen Aufwand, ihre Programme miteinander arbeiten lassen.

Ein Webshop zum Beispiel kann der Debitorenbuchhaltung „mitteilen“, dass Kunde xy diese und jene Produkte bestellt habe und er deshalb der Firma nun einen bestimmten Betrag schulde. Umgekehrt kann die Debitoren-Software dem Webshop „befehlen“, die Lieferung zu verweigern und Vorauszahlung zu verlangen, weil der Kunde eine schlechte Zahlungsmoral habe.

Die Vorteile hinter dem Konzept der API liegen auf der Hand. So können schlaue Smartphone-Apps miteinander, aber auch mit grossen, alteingesessenen Lösungen arbeiten. User können zusätzliche Funktionen einfach „dazuklicken“. Und Software-Hersteller können ihren Kunden die guten Ideen anderer zugänglich machen, ohne dass sie selbst ganz neue Systeme bauen müssen.

 

Das ist eine der Ideen hinter Swiss21.org. Denn bei Swiss21.org gibt es für Kleinfirmen nicht nur eine kostenlose Online-Software für die Buchhaltung, sondern eine ganze Reihe anderer Lösungen, die man mit wenigen Mausklicks dazu schalten kann. Zur Buchhaltungslösung AbaNinja gibt es eine Webkasse, einen Online-Shop, die CRM-Lösung SmartWe und AbaSalary für die Lohnbuchhaltung. Alle Bausteine kommen nicht von irgendwelchen Anbietern, sondern sind etablierte und für gut befundene Lösungen. Und weil Swiss21.org auf das Konzept API aufbaut, wird immer mehr dazu kommen. Zum Beispiel die Zeit- und Spesenerfassung AbaClik. Das wird das Leben von Dienstleistern ganz schön einfacher machen …

 

* Diese Darstellung ist massiv vereinfacht. Denn das Zeitalter der Grosscomputer ist keineswegs zu Ende. Sie werken in den Rechenzentren von Behörden, Banken und Versicherungen, wo sie riesige Datenmengen verarbeiten. Und äusserst moderne Gross-Systeme wie die Supercomputer im Tessiner CSCS (Centro Svizzero di Calcolo Scientifico) der ETH bewältigen gigantische Rechenaufgaben für die Forschung und Wissenschaft.

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