Buchungssätze einfach erklärt – mit Beispielen
Sobald Sie eine eigene Unternehmung haben, fallen Rechnungen an: Manche stellen Sie aus und andere werden Ihnen in Rechnung gestellt. Am Ende des Tages müssen Sie die Buchungen jedoch erfassen. Buchungssätze bilden das Fundament jeder Buchhaltung und helfen Ihnen zu verstehen, was in Ihrem Unternehmen passiert. Hier erklären wir Ihnen Buchungssätze und ihre Logik, sodass auch Sie zum Buchhaltungsprofi werden.
Grundlagen
Eine sorgfältig geführte Buchhaltung ist unerlässlich, weil sie nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt, sondern auch Transparenz über die finanzielle Situation eines Unternehmens schafft. Nur wenn alle Einnahmen, Ausgaben, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten korrekt dokumentiert sind, lassen sich fundierte Entscheidungen treffen. Gleichzeitig ermöglicht eine ordentliche Buchführung, Fehler oder Unstimmigkeiten frühzeitig zu erkennen. Als Basis dient ein Kontenplan, welcher für das Unternehmen erstellt wird. Der Kontenplan ist eine Art „Konto-Verzeichnis“ und hilft, Buchungen einheitlich, schnell und vergleichbar zu erfassen. Der Kontenplan ist auch bekannt als «Schweizer Kontenrahmen KMU».
So funktioniert ein Buchungssatz
Ein Buchungssatz folgt einem klaren Schema, damit jeder Geschäftsvorfall eindeutig und nachvollziehbar erfasst wird. Damit eine Buchung korrekt dargestellt werden kann, müssen immer zwei Konten beteiligt sein: Eines wird im «Soll» angesprochen, das andere im «Haben». Entscheidend ist dabei, dass die Veränderung, die ein Vorgang in den Konten auslöst, richtig zugeordnet wird. Zuerst wird bestimmt, welche Konten betroffen sind und ob sie zu- oder abnehmen. Daraus ergibt sich automatisch, auf welcher Seite – Soll oder Haben – die Buchung erfolgt. Das Grundprinzip lautet immer: Soll an Haben.
Aktiv- und Passivkonten
Um Buchungssätze richtig zu bilden, ist es wichtig zu verstehen, wie die verschiedenen Kontoarten funktionieren. Aktivkonten zeigen, was ein Unternehmen besitzt – also Vermögenswerte wie Bargeld, Bankguthaben, Möbel, Maschinen oder andere Gegenstände.
→ Zunahme = Soll, Abnahme = Haben (z. B. mehr Geld auf der Bank = Soll; weniger Bankguthaben = Haben)
Passivkonten hingegen zeigen die Verpflichtungen des Unternehmens, beispielsweise Kredite oder offene Rechnungen gegenüber Lieferanten.
→ Zunahme = Haben, Abnahme = Soll (z. B. offene Lieferantenrechnungen = Haben; Schulden werden bezahlt = Soll)
Gemeinsam bilden Aktiv- und Passivkonten die Grundlage der Bilanz: Sie zeigt auf einen Blick, welche Mittel dem Unternehmen zur Verfügung stehen und aus welchen Quellen diese stammen – also ob das Vermögen durch eigenes Kapital oder durch Schulden finanziert wurde.
Erfolgskonten
Neben den Bestandskonten gibt es Erfolgskonten, welche die Entwicklung des Unternehmens abbilden. Erträge entstehen, wenn das Unternehmen Einnahmen erzielt (z. B. durch Verkäufe oder Dienstleistungen) und werden typischerweise im Haben erfasst.
→ Zunahme = Haben, Abnahme = Soll (z. B. Einnahmen = Haben, Rabatt oder Gutschrift an Kund:innen = Soll)
Aufwände sind Kosten, die im Betrieb anfallen (z. B. Miete, Löhne, Material) und werden im Soll gebucht.
→ Zunahme = Soll, Abnahme = Haben (z. B. Ausgaben für Versicherungen, Löhne = Soll; Rabatt, Rücksendung = Haben)
So lässt sich in der Erfolgsrechnung jederzeit erkennen, ob ein Unternehmen Gewinn oder Verlust erzielt. Moderne Buchhaltungssoftware unterstützt diesen Prozess, indem sie passende Konten vorschlägt oder Buchungen vorbereitet – die grundlegende Logik von Soll und Haben bleibt jedoch unverändert. Folgende Fragen helfen Ihnen bei jeder Buchung:
- Welche Konten sind betroffen?
- Welches Konto nimmt zu, welches Konto nimmt ab?
- Welches Konto wird auf welcher Seite bebucht?
Beispiel: Kauf eines Bürostuhls für CHF 200.–, bezahlt über die Bank.
- Betroffene Konten: Mobiliar und Bank
- Mobiliar nimmt zu, Bank nimmt ab
- Mobiliar im Soll, Bank im Haben
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Einfache Beispiele von Buchungssätzen
Die folgenden Beispiele machen die Theorie leichter verständlich:
Verkauf eines Produktes auf Rechnung (Debitorenrechnung)
Variante A: ohne MWST
Ein Kunde kauft ein Produkt, Sie stellen eine Rechnung über CHF 1’000.00. Buchungssatz:
1100 Forderungen (Soll) an 3200 Bruttoerlöse (Haben) CHF 1’000.00
Journalbuchung in 21.AbaNinja
Variante B: mit MWST (8.1 %)
Rechnungsbetrag netto CHF 1’000, MWST CHF 81, brutto CHF 1’081. Buchungssatz mit vereinnahmter* MWST-Methode:
1100 Forderungen (Soll) an 3200 Bruttoerlöse (Haben) CHF 1’000.00
1100 Forderungen (Soll) an 2201 Abrechnungskonto MWST (Haben) CHF 81.00
Journalbuchung in 21.AbaNinja
*den Unterschied zwischen vereinnahmter und vereinbarter Methode erklären wir hier
Kauf eines Bürostuhls CHF 200.– bezahlt via Bank
Variante A: ohne MWST
Das Geschäft kauft einen Bürostuhl als Ersatz und bezahlt diesen direkt über die Bank. Buchungssatz:
6500 Büromaterial (Soll) an 1020 Bank (Haben) CHF 200.00
Variante B: mit MWST (8.1%)
Rechnungsbetrag netto CHF 200, Vorsteuer CHF 16.20, brutto CHF 216.20 Buchungssatz mit vereinnahmter MWST-Methode:
6500 Büromaterial (Soll) an 1020 Bank (Haben) CHF 200.00
1175 Abrechnungskonto MWST (Soll) an 1020 Bank (Haben) CHF 16.20
Journalbuchung in 21.AbaNinja
Zahlung Elementarversicherung via Bank
Elementarversicherung bezahlt mittels Rechnung über CHF 1’200. Buchungssatz:
6300 Elementarversicherung (Soll) an 1020 Bank (Haben) CHF 1’200.00
Automatisierte Buchhaltung
Moderne Buchhaltungssysteme führen viele Buchungen heute automatisch aus. Wer die Grundlagen der Buchhaltung versteht, kann solche Tools jedoch besser einsetzen, Abläufe nachvollziehen und mögliche Fehler schneller erkennen. Besonders bei ungewöhnlichen Geschäftsvorfällen oder fehlerhaften Buchungen bleibt Fachwissen weiterhin wichtig.
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Über die Autorin Nicole Strebel
Die Strebel Finance GmbH in Wettingen ist eine inhabergeführte Treuhandfirma. Nicole Strebel und ihr Team sind qualifizierte Digital Coaches. Sie pflegen einen wertschätzenden und vertrauensvollen Umgang mit ihrer Kundschaft und ihrem Partnernetzwerk, was das Fundament für eine gute Zusammenarbeit bildet.
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